My decision doesn’t need your absolution – Pro-Choice muss konsequent werden

Ich freue mich, den folgenden Gastbeitrag veröffentlichen zu dürfen. Die Autorin bleibt zwar anonym, alle Rückmeldungen, insbesondere Flattrs werden aber an sie weitergeleitet.


“Niemand macht das leichtfertig. Leute leiden da ja auch drunter.”
In wirklich jeder Debatte über Schwangerschaftsabbrüche wird dieses Argument irgendwann von Befürworter_innen vorgebracht. Dass Menschen, die eine Schwangerschaft abbrechen, angeblich zwangsläufig unter diesem Schritt leiden, scheint für viele enorm wichtig zu sein.

Warum halten Befürworter_innen das für notwendig?
Der Anspruch, die Entscheidungen und Gefühle anderer zu bewerten und zu (de)legitimieren, ist scheinbar tief verankert.
Anstatt konsequent für Entscheidungsfreiheit zu kämpfen und solidarisch zu sein, wird in selbige eingegriffen, Betroffene werden pathologisiert und bevormundet. Ihr (vermeintliches oder reales) Leiden wird instrumentalisiert, während Menschen, die nicht unter einem Abbruch leiden, die Legitimität ihrer Entscheidung und Gefühle abgesprochen wird.

Offensichtlich hat die “Pro-Life”-Bewegung die Debatte außerdem so weit geprägt, dass ein Schwangerschaftsabbruch nur als allerletzte Notlösung inklusive seelischen Leidens verargumentiert zu werden gewagt wird.

Diese Inkonsequenz ist in einer Bewegung, die für das Recht auf Selbstbestimmung eintritt, absolut fehl am Platz. Pro-Choice muss konsequent werden; d.h., das Recht auf Selbstbestimmung muss konsequent anerkannt werden. Ohne Einschränkungen. Ohne Wenn und Aber. Ein Schwangerschaftsabbruch ist immer gerechtfertigt, wenn der_die Betroffene sich dafür entscheidet. Seine_ihre Entscheidung ist immer legitim. Seine_ihre Gefühle sind immer legitim.

“My body, my choice” hat kein Kleingedrucktes.

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